Positionen

Jetztzeit-Intimität

Wie kann sich die Fotografie im Überfluss von Fotografien zeitgemäß positionieren? Während eines Stipendiums in Kaunas, Litauen verbrachte Philippe Gerlach (*1982) seine Zeit hauptsächlich auf Periscope, der Live-Streaming App von Twitter. Als Zuschauer kann man im Chat direkt mit den Periscope-Sendern kommunizieren. In Echtzeit ist es also möglich, von »der Intimität eines Schlafzimmers in Iowa auf ein russisches Militärschiff« zu wechseln. Momente solcher Begegnungen hält Philippe Gerlach in der Serie Periscope Portraits fest. Eine Auswahl der Fotografien war in Kaunas erstmals zu sehen.

 

Ausstellungsaufbau, 2016

 

»Diese in Plastik eingeschweißten Erdsäcke haben mich immer irritiert. Sie sind so weird, weil sie eigentlich was grounden sollen. Aber gleichzeitig kann die Erde von überall sein.«

 

Ausstellungsansicht, 2016

Ausstellungsansicht, 2016

 

Ausstellungsansicht, 2016

Ausstellungsansicht, 2016

 

»Es gibt so viele, die streamen, sobald sie aufwachen, noch bevor sie aufstehen, einfach um jemanden zum Reden zu haben.«

 

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»Bald wird jeder 24/7 streamen und wenn der Stream unterbrochen ist, wird besorgt nachgefragt, was los ist…«

 

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»Was mich noch sehr an Periscope fasziniert, ist die Wegwendung von geschriebenen Narrativen. Als das Internet anfing, gab es eine Schreib- und Leseexplosion mit Blogs etc. Jetzt wo das Streamen überall möglich ist, fällt das gedruckte (und geschriebene) Wort weg, und es kommen ganz ursprüngliche orale und performative Erzählformen wieder zum Tragen.«

 

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Alle Bilder © Philippe Gerlach.
Webseite des Künstlers.

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Dieser Beitrag wurde von der Redaktion veröffentlicht.

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